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Ein kurzer Moment

Überleben

In den letzten Monaten habe ich viele Dinge überlebt!

– Eine Fahrt mit einem Freefall-Tower.
– Einen neuen Tisch in der Küche.
– Einen weiteren Schritt Richtung der bösen 30.
– Einen Freitag den 13.
– Einen weiteren Weltuntergang.
– Einen Einkauf einen Tag vor Weihnachten.
– Einen Einkauf einen Tag nach Weihnachten.
– Einen Einkauf einen Tag vor Silvester.
– Unzählige Sprengstoffangriffe, welche, mir auch nach 28 Jahren völlig unerklärlich, immer am 01.01 um 00:00 anfangen und stundenlang dauern.

Wer mich nun kennt, der wird die ein oder andere Leistung daran vielleicht anerkennen können!

Aber nachdem ich von Schumachers Unfall gehört habe, ist mir mal wieder bewusst geworden wie oft, wie schnell und unerwartet Dinge passieren können die man nicht einfach so überlebt.
Es mag sich in manchen Ohren albern anhören. Grade in diesen Ohren die oft mein nüchternes und für viele Menschen herzloses Gerede gehört haben, dass mich nur jene Schicksale wirklich ansprechen, die sich in meinem nahen Umfeld abspielen – Schicksale der Menschen die mir am Herzen liegen.
Aber in diesen Tagen mache ich mir wirklich Sorgen!
Seltsam, nicht wahr?
Sollte er es nicht überleben wird sich nichts in meinem Leben, in meinem Alltag ändern. Es wird nichts fehlen. Meine Abläufe werden davon nicht berührt. Kein Mensch in meinem Umfeld würde fehlen. Ich würde auf keine Beerdigung gehen, und würde wohl auch nie an diesem Grab stehen. Ich kenne ihn nicht, und er hat nie von mir gehört. So herzlos das auch klingt – ich hätte nicht mal so viel Mitleid für seine Familie, dass es mein Wohlbefinden ankratzen würde, schließlich kenne ich sie nicht.
Und doch – ich wäre wohl sehr tief getroffen!
Warum?
Warum fühlt es sich an als wäre es ein Freund, der da um sein Leben kämpft?
Ist das einfaches Fan-Denken?
Klar, man kann sich sehr in sowas reinsteigern. Wenn ich mich zurückerinnere in die 90er, an eine Boygroup mit dem Namen Take That und den Ausstieg von Robbie Williams aus eben jener Boygroup – ja, dann sehe ich was für eine Wirkung das Fan-Sein auf jemanden haben kann. Die jungen Mädels sind völlig durchgedreht. Ich will garnicht wissen wie viele von ihnen tagelang heulend im Bett lagen. Man hat extra eine Telefonseelsorge, nur für traurige Take That – Fans einrichten müssen um da irgendwas zu tun. Das muss man sich mal überlegen.
Aber gut, ich glaube man weiß dass ich niemand bin der sich soweit reinsteigern würde. Zumindest nicht in etwas, was man nur aus der Ferne betrachtet oder auch bewundert.
Es gibt sowieso nur wenige Dinge, die mich dazu bewegen würden mich in eine Menschenmasse zu begeben um einen Event oder einen Konzert beizuwohnen.
Ein Konzert der Dire Straits.
Ein Konzert von Michael Jackson.
Ein Konzert von Queen in Orginalbesetzung.
Ein Formel 1 Rennen.
Vielleicht noch ein Konzert von Robbie Williams. ;-)
Das wars aber auch schon. Ich ich wäre wahrscheinlich auch nie so Fan, dass ich das mehr als einmal im Jahr tun würde. Wenn überhaupt.

Also? Liegt es daran, dass die Formel 1 nun seit bald 15 Jahren eines der wenigen Dinge ist für die ich mich begeistern kann?
Ist es, dass ich für die Zeit wenn ich ein Quali, oder ein Rennen anschaue, mitfiebere, hochrechne, mich ärgere, vor mich hinschimpfe (manchmal sogar laut), mich freue und mitunter sogar den ein oder anderen Kloß in den Hals kriege, wenn irgendwas herzerweichendes passiert, aus dem Alltag austeige und das meiste um mich herum einfach vergesse?
Eine kleine Pause, alle paar Wochen, und Schumacher von Anfang an ein Teil davon.

Es ist ganz sicher kein Mitgefühl. Das habe ich, solange ich darüber nachdenke, sicher, natürlich. Aber nur im kleinen Rahmen.
Mich nervt auch diese ewige Berichterstattung überall. Das Aufbauschen und Auseinandernehmen jeder noch so kleinsten und irrelevantesten Information.
Noch mehr nerven mich diese ganzen Beileidsbekundungen. Jeder Promi der was auf sich hält muss öffentlich sein Beileid bekunden. Jeder Facebookuser der etwas auf sich hält, muss jeden Tag eine weitere nervige: Like´s für Schumi seiten “liken” oder irgendwo sein Beileid bekunden.
Warum kommt da wieder das Geltungsbedürnfis so stark nach oben?
Versteh einer die Menschen…
Aber das versuche ich heute garnicht. Erstmal muss ich mich selber verstehen. Verstehen warum mir der drohende Tod eines Fremden solche Sorgen macht.

 

 

 

Athene lebt!

Und hier ist der Beweis:

 

Wir überlegen sie woanders hinzustellen, wo sie mehr vom Leben draußen mitbekommt.

Mal sehen :-)

 

.

Versuch Nummer 3 – Athene

Meine lieben Leser,

das hier ist “Athene”.

Sie ist, nach Erika und einer Pflanze ohne Namen, Gewächs Nummer 3 welche in meine Obhut übergegangen ist.
Man sollte meinen, dass ich mich nicht eigne, Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen, aber Erika hat Jahre, wenn auch eher schlecht als Recht, überlebt und sogar einen Umzug überstanden.
Die zweite Pflanze hat leider nur ein paar Monate durchgehalten, und ich wage zu behaupten, dass es daran lag, dass sie keinen Namen hatte.
Wenn etwas einen Namen hat, so kann man(n) einen Bezug dazu aufbauen, und macht sich doch ein wenig mehr Sorgen und Gedanken darum, so denke ich.
Als wir, also mein temporärer Mitbewohner und ich, die Pflanze gekauft haben, haben wir darauf geachtet dass es eine Pflanze ist die man “mäßig gießen” muss. Das macht es vielleicht etwas einfacher. Man muss nur darauf achten, dass sie nicht zu viel gegossen wird.
Und das wollen wir nun tun. Ich versuche regelmäßig, bebildert darüber zu berichten, wie es der guten Athene ergeht. Ich nehme mir mal vor, dass sie bis zum nächsten Umzug überlebt. Haltet mir die Daumen :-)