Alex und Kunst

Ich habe noch nie viel von Kunst verstanden. Ich weiß nicht wann ein Bild Kunst ist, wann es nur ein Bild ist, oder wann es nur das Ergebnis eines Tretens in den Farbeimers ist. Das heißt nicht, dass ich es generell ablehne. Im Gegenteil! Ich versuche immer und immer wieder etwas in Kunst zu sehen. Etwas zu verstehen. Leider ist das aber nichts was irgendwie logisch fassbar ist. Es gibt keine Tabelle, in der man nachschauen kann, keine Anleitung, wie man Kunst verstehen kann. Ich hab auch nie verstanden wie man sich für Kunst begeistern kann, was mit Sicherheit daran liegt dass ich sie nicht verstehe.
Nichts desto trotz denke ich immer noch, dass viele Kunst einfach Kunst ist, weil die Leute nur denken – oder wollen – dass es Kunst ist. Ein etablierter Künster konnte auf eine Leinwand kacken, es breitschmieren und trocknen lassen. Irgendein versnobter Idiot würde die Kunst sehen. Sie verstehen – und einen Haufen Geld dafür bezahlen.

Aber neulich hatte ich ein AHA-Erlebnis. Das erste Mal habe ich ein Bild gesehen und es hat etwas in mir ausgelöst! Ich habe etwas gesehen. Ich habe etwas gefühlt. Ich habe es, zumindest für mich selber, verstanden!
Und das ist es:

Der Wanderer über dem Nebelmeer. Von Caspar David Friedrich.

Ich hab es mir sehr lange angesehen. Ich bin sogar später noch einmal zu diesem Bild gegangen und habe es nochmal angesehen. Es war irgendwie ein erhebendes Gefühl!
So viele Dinge die man darin sehen kann. So viel, was mich an mich und meine Sicht auf die Welt um mich herum erinnert.
In meinem “künsterischen Schaffen” sehe ich mich meist in einem hohen Turm aus Glas, aus dem ich auf die Welt herab blicke. Ich beobachte und denke nach. Ich versuche Menschen zu sehen, sie zu ergründen, und dieses dann festzuhalten. Momente einfangen. Festhalten.
Und dabei liegt oft ein Nebel über vielem. Man kann es sehen, doch man sieht nie alles. Menschen sind genauso wie in dem Nebelmeer. Über vielen im eigenen Wesen liegt oft Nebel. Manchmal mehr, manchmal weniger.
Und genau das sehe ich in diesem Bild. Ich weiß, dass es vielerei Interpretationen gibt für dieses Bild. Aber das ist mir egal.
Ich sehe mich in diesem Bild. Ich sehe mich in meinem Turm herabblickend auf die Welt. Mich im Versuch Menschen zu sehen, die Welt zu sehen, ihre Geschichten zu sehen – und wenn ich eine gute finde, schreibe ich sie auf.

Es ist ein tolles Bild. Ich werde mir einen Druck kaufen und es dort hinhängen wo ich es immer sehen kann wenn ich schreiben möchte. Ich glaube es könnte inspirierend wirken und mich manchmal daran erinnern, wie ich meinen Platz in der Welt gerne sehen möchte.

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