Frauen im Auto…

Männer sind die besseren Autofahrer – sagt man.

Das mag vielleicht stimmen, wobei das doch sehr von der Betrachtungweise abhängt.
Manche Frauen tuen sich schwer auf der Autobahn, beim Einparken oder einschätzen von Entfernungen.
Liegt vielleicht einfach am weiblichen Wesen. Es gibt ja auf beiden Seiten Gute und Schlechte – dass es bei den Männern mehr “gute” gibt, mag einfach daran liegen, dass viele Frauen die Leidenschaft für Autos nicht teilen, und auch nur selten eine Verlängerung ihres Egos brauchen.
Aber seit ich umgezogen bin, und auf den Weg zum Arbeiten oder wieder nach Hause immer wieder an Autos vorbei muss die auf der Hauptstraße parken, bin ich zu der Erkenntnis gekommen:
Frauen sind die besseren Autofahrer!
Vielleicht nicht von den fahrerischen Fähigkeiten her. Aber wenn man ins Auto steigt fährt man nicht nur schnell, oder parkt gut ein. Nein. Als aller wichtigstes: Man nimmt am großen, chaotischen Straßenverkehr teil! Und da ist man, auch wenn das so manchen Volldepp sehr wundern wird, nicht alleine auf der Straße!
Wenn ich ins Auto steige, dann will ich an mein Ziel ankommen, niemanden auf den Sack gehen, und dass mir niemanden auf den Sack geht. Wenn ich jemanden Platz machen kann, oder jemanden rauslassen kann, werde ich ihn rauslassen, weil ich denke: Ok, irgendwann muss ich auch mal raus, und da wünsche ich mir dass man das gleiche für mich tut. Ob ich nun 5 Sekunden vorher oder nachher ankomme ist da dann nicht ganz so wichtig.
Leider leider denkt nicht jeder so. Und wisst ihr was? Die meisten die nicht so denken sind Männer!
Ich fahre die Hauptstraße entlang. Grade an 5, 6 parkenden Autos vorbei die da stehen und mich zwingen die andere Spur zu nutzen. Mir kommt ein BMW entgegen. Drin sitzt ein Typ der sich zwei Meter hoch wie breit fühlt – vielleicht 20. Er sieht ganz genau dass ich keinen Platz habe. Anstatt zu warten bis ich an den Autos vorbei bin hält er voll drauf. Bis ihm aufällt: da komm ich nicht vorbei. Bremsen. Ein Blickduell. Er zeigt einen Vogel und schimpft vor sich hin. Ich lächle, und warte. Er schimpft weiter. Hinter mir schon das nächste Auto. Ich lächle. Zucke mit den Schultern. Er legt sichtlich genervt den Rückwärtsgang ein, fährt zurück und macht Platz. Ich fahre mit meinem Lächeln und der unterschwelligen Botschaft ‘Na geht doch, warum nicht gleich so?’ vorbei. So viel verschwendete Zeit – und seine Laune wohl im Arsch.
Das sind die kleinen Freuden des Lebens :-)

Ein paar Tage später. Gleiche Ecke, gleiche Situation. Ich komm grade an den parkenden Autos an und will zur Seite fahren um dem entgegenkommenden Auto Platz zu lassen. Aber das bremst, gibt mir Lichthupe.
Am Steuer eine junge Dame. Ich fahre vorbei und winke freundlich danke.

Zwei exemplarische Beispiele. Kommt übrigens sehr oft vor. Die Frauen lassen Platz, warten und sind freundlich. Viele Männer halten drauf. Manche erwarten sogar dass du Platz lässt und fahren einfach raus, und zwingen mich zum Bremsen – und manche sagen nicht mal danke.

Die nervigen nervigen “ich möchte in deinen Kofferraum reinschauen”-Fahrer sind auch zu 99 % Männer.
Bei diesen Fahrern erinnere ich mich gerne plötzlich wieder daran, sehr vorsichtig zu fahren. Grade wenn man nicht überholen kann, muss man extra vorsichtig und langsam fahren, und bei freier Straße Gas geben.
Auf der Autobahn ist das noch schlimmer. Warum muss man bei 160 KMH auf 20 CM auffahren? Wenn ich dabei grade einen LKW überhole bremse ich dann immer schön ab. 150, 140, 130.. ach ein bissle was geht noch. 110. Und dann gaaaanz langsam einscheren, und im Rückspiegel und danach links beobachten wie sehr Leute sich freuen, dass du ein so vorsichtiger Fahrer bist. :-)

Ich gebe zu, manchmal gern gehässig über Frauen im Auto zu reden. Und manchmal ärger ich mich selbst, wenn vor mir eine übervorsichtige Dame fährt. Aber im Großen und Ganzen sind mir Frauen als Teilnehmer am Straßenverkehr lieber.
Die meisten brauchen diesen Ego-Trip nicht. Ein großer, großer Pluspunkt.

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