In der Nacht

Es ist Sonntag, 00:47 Uhr – Eher also schon Montag.
Ich bin müde, aber ich kann einfach nicht einschlafen.

Man hat mir gesagt, dass etwas persönliches fehlt.
Seit ich nicht mehr im privaten kleinen Blog schreibe, ist alles so distanziert. So unpersönlich. So wenig von mir selbst. So komm ich nun der Bitte nach, und lasse ein wenig mehr von mir selbst hören.

Warum kann ich nicht schlafen?

Das hat sehr viele Gründe.
Es gibt viele Dinge die mir fehlen.

Versteht mich nicht falsch. Ich bin ein Mensch, der stets froh ist, dass er hat, was er hat.
Ich bin der letzte, der selbstmitleidig dem hinterherheulen würde, was er nicht hat.
Ich habe Menschen, die ich liebe, Menschen, die mich lieben.
Ich habe ein Dach über dem Kopf, jeden Tag was zu essen, und kann mir hin und wieder was leisten.
Ich habe Talente. Dinge, die mir Freude machen. Dinge, mit denen ich anderen Freude machen kann.
Ich habe viel, auf das ich stolz sein kann. Viel erreicht. Und noch viel vor mir.

Es sind die Dinge, die falsch gelaufen sind.
Viele davon sind schuldlos. Aber manche davon voller Schuld, von denen ich mich wohl nie reinwaschen kann. Das sind die Dinge, die mich, wie heute, nicht schlafen lassen.
Fehler. Fehler die man unendlich bereut.

Jeder macht Fehler. Fehler gehören zum Leben dazu. Niemand kann alles richtig machen. Oft ist es so, dass man erst, wenn man Fehler selbst gemacht hat, lernt, es besser zu machen.

Ich weiß das.
Ich weiß, dass das was passiert ist, nicht wieder passieren wird. Ich weiß, dass ich in der selben Situation anders handeln würde. Das richtige tun würde.
Ich tue was ich kann, die Dinge wieder gut zu machen, die ich verbockt habe.
Das ist alles was ich machen kann. Lernen. Danach leben.
Ich weiß, dass alles seinen Weg gehen wird. Wenn es so etwas wie Schicksal, so etwas wie Fügung gibt, werde ich dahin kommen, wo ich hingehöre. Dann bin ich da, wo ich hingehöre.

Warum kann ich also nicht schlafen?

Wahrscheinlich sind es die Dinge, die mir fehlen. Die Dinge, die mir niemand wiedergeben kann. Das, was mit jedem Tag, unwiederbringlich verloren ist.

Du fehlst mir, meine kleine Maus! Jeden Tag! Du fehlst mir ganz schrecklich!

Man darf nicht dem hinterhertrauern, was man nicht hat. Man soll froh darüber sein, was man hat.
Nun. Ich habe Erinnerungen. Wunderschöne Erinnerungen. Und ich hoffe, du hast die selben Erinnerungen.

Es ist Montag – 01:07 Uhr.
Vielleicht kann ich jetzt schlafen.

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